
2008 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Finanzkrise wie ein Erdbeben die Grundfesten der Kapitalmärkte erschütterte, Finanzinstitute wie Kartenhäuser zusammenbrechen ließ, in der Realwirtschaft deutliche Risse verursachte und die Subprime-Krise davor zu einem leichten Erdstoß degradierte. Das Jahr hat im Rückblick zu Recht den Stempel „annus horribilis“.
Obgleich auch unser Konzernergebnis der Finanzkrise Tribut zollen musste, wäre für den Talanx-Konzern eine ausschließlich negative Sichtweise auf 2008 aber falsch: Talanx hat die Krise nicht nur weitgehend unbeschadet gemeistert – der Konzern hat trotz Krise gute Fortschritte gemacht!
Keine Frage, als großer institutioneller Anleger in internationalen Kapitalmärkten konnte sich auch der Talanx-Konzern deren Abwärtsentwicklung nicht entziehen, zumal die Finanzkrise nahezu weltweit alle Anlageklassen in Mitleidenschaft zog. Der Kursverfall an den internationalen Aktienmärkten ist somit auch der prägende Faktor unserer Ergebnisrechnung 2008. Die gravierenden Folgen für das Kapitalanlageergebnis verhinderten, dass wir unser Renditeziel erreichen konnten: Mit Blick auf das Konzernergebnis bleibt festzustellen, dass die Finanzkrise unserem Konzern einen erheblichen Ergebniseinbruch bereitete. Das Kapitalanlageergebnis lag mit 1,6 Mrd. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,7 Mrd. EUR. Der EBIT-Rückgang auf 0,6 Mrd. EUR von 1,5 Mrd. EUR im Vorjahr ist fast ausschließlich diesem Effekt geschuldet.
Im Hinblick auf Großschäden zählte 2008 zu den schadenreichsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch im Talanx-Konzern lag die Großschadenbelastung über den Erwartungen. Allein die Hurrikane „Gustav“ und „Ike“ belasteten den Konzern mit netto insgesamt rund 240 Mio. EUR.
Damit sind die schlechten Nachrichten für unseren Konzern aber erschöpft. Was sind die guten Nachrichten? Zunächst will ich betonen, dass die Finanzkrise an der guten Marktpositionierung und Finanzkraft des Konzerns nichts geändert hat; wir verfügen weiterhin über ein gutes und sehr solides finanzielles Fundament.
Welche Ziele standen für 2008 auf der Agenda und wie haben wir sie erfüllt?
Unser Versicherungsgeschäft ist kerngesund und verlief sehr erfreulich. In der Schaden/Unfall-Erstversicherung und in der Schaden-Rückversicherung lautet unser Ziel, an der Profitabilität festzuhalten, auch wenn dies mit vorübergehenden Marktanteilsverlusten verbunden sein sollte. Dies ist gelungen: Trotz der hohen Großschadenbelastung konnte 2008 mit einem Wert von 95,2 % eine gute und gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserte kombinierte Schaden-/Kostenquote erzielt werden. Das Konzernsegment Schaden/Unfall-Erstversicherung schloss trotz Finanzkrise und teilweise schwieriger Marktbedingungen mit einem sehr guten Ergebnis ab. Das Auslandsgeschäft trug mit einem organischen Wachstum um über 2 % zu der positiven Entwicklung bei.